52 Songs/13 – Stadt

Stadt dann also. Nagut. Ich bin auf dem Land aufgewachsen, in einer kleinen Stadt mitten in NRW. Naja, in der Nähe einer kleinen Stadt mitten in NRW. Irgendwann im Laufe meines Berufslebens bin ich in Münster gelandet, einer etwas größeren Kleinstadt in NRW. Münster… naja. Schwamm drüber. Dann irgendwann bin ich in Köln gelandet und da habe ich mich sehr wohl gefühlt. Alles ums Eck, man brauchte für fast nichts ein Auto, die Straßenbahnhaltestelle direkt vor der Haustür, die Uni fußläufig zu erreichen, der Neumarkt direkt um die Ecke. Nagut. Neumarkt direkt um die Ecke war zu Zeiten nicht ganz so lustig, Karneval zum Beispiel war ein Grund zur Stadtflucht. Die Fußball-WM 2006 in Köln dagegen war legendär (ist das tatsächlich schon fünf Jahre her??). Ich habe also überwiegend gute Erinnerungen an Köln, auch wenn sich in der Erinnerung manches positiver ausnimmt, als es wirklich war. Der Neumarkt direkt um die Ecke zum Beispiel zog nämlich nächtens in Scharen vorbeiziehende Betrunkene nach sich. Und was machen Betrunkene? Genau. Sie reden laut, schreien, die Damen kreischen gerne, sie werfen gerne Flaschen, treten gerne Außenspiegel ab und machen gerne auf der Bank in der Straßenbahnhaltestelle oder auf der Motorhaube meines armen kleinen Studentenautos sitzend Pause, weil der Weg von der Altstadt ins Kwatier Latäng ja so unglaublich lang und beschwerlich ist. Nun denn. Das, was ich in der letzten Zeit in Köln mit Stadt verbunden habe, war Lärm. Besonders in die U-Bahn bin ich nur mit angeschaltetem mp3-Player gestiegen. Gehört habe ich verschiedene Songs, aber einen immer wieder. Und den verbinde ich seitdem mit nächtlichen U-Bahnfahrten.

2 Gedanken zu “52 Songs/13 – Stadt

  1. Ja, ist schon komisch, was das Hirn mit uns anstellt. Wie schnell Dinge aus der Ferne betrachtet, plötzlich positiver wirken, als sie letztendlich eigentlich waren. An ein Leben in der Stadt kann ich mich nicht wirklich gewöhnen, auch wenn ich Städte schon gern besuche. Der Stadtlärm, der Stadtdreck, die Stadtmenschen, das Gedränge, die schlechte Luft, das würde mich auch Dauer krank machen. Auf dem Land nervt mich dagegen, der nicht vorhandene, öffentliche Verkehr (bis zur nächst größeren Stadt ins Zentrum brauche ich hier über eine Stunde mit dem Bus – mit dem Auto 20 Minuten!) und die miserable Netzanbindung. (Das Letztere ist für mich auch ein Todeskriterium bei unserer Haussuche.)
    Schade, das es kein Landleben mit ein paar Vorzügen des Stadtlebens gibt. Aber da ist wohl die gesamte Entwicklung der Menschheit noch ein paar Jahrhunderte zu weit zurück. (Wir bewegen uns ja immer noch auf Verbrennungsmotoren durch die Welt und verwenden mehr Zeit darauf, Technik zu kontrollieren, als unser Leben zu führen.)

    Jetzt habe ich schon wieder viel zu viel geschrieben, obwohl ich noch eine Menge Arbeit am meinem Server vor mir habe. Vielen Dank fürs Vorspielen. Der Song gefällt. :)

  2. Danke, gerne geschehen. :-)
    Die Stadt hat viele Vorteile, aber auch einige Nachteile. Ich hab es hier geschafft, eine Wohnung zu finden, die sehr zentral liegt, in der ich den Lärm der Innenstadt aber nicht so mitbekomme. Ich weiß ja nicht, in welcher Gegend Du Dich so umtust mit der Haussuche, aber ich glaube, das Ruhrgebiet hat da einige sehr schöne Ecken, in der man einige Vorteile mtnehmen kann, ohne Nachteile in Kauf nehmen zu müssen. ;-)

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