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Hopfen und Malz…
hilft bei der Balz.
Normalerweise kann ich nicht schlafen, weil meine Nachbarn ihre Balz abgeschlossen haben und zur Paarung übergegangen sind. Im Falle des Nachbarn zur rechten geschieht das recht lautstark, zumeist unter Zuhilfenahme alkoholischer Getränke und mit rhythmischem Wand-Bett-Kontakt. Aktuell kann ich nicht schlafen, weil im Dachgewölbe der an den Garten angrenzenden Kirche sich ein einsames Uhu-Männchen einquartiert hat, das nun nächtens auf dem First der Kirche sitzt und sich durch lautstarkes Rufen bemerkbar macht – leider bisher ohne Erfolg.
Wünschen wir dem jungen Vogel mal viel Glück, hätte doch eine Uhu-Familie in der Nähe den Vorteil, dass sich der Bestand an nachtaktiven Gesellen, die ihre Hinterlassenschaften auf meiner Terrasse und meinem Auto zurücklassen, etwas dezimieren würde. Außerdem: Uhus gibt es wohl viel zu selten hier. Abgesehen davon: Schlafen ohne laute Balzerei ist doch schon schön.
Immerhin
waren wir schon mal da!
Dennoch: Unser Plan, heute den zig mal verschobenen (er zu spät, ich zu spät, ich Bauchweh, er keine Lust, passender Film fehlte, er Kopfweh, ich keine Lust, ich keine Lust auf den Film…) Kinobesuch nachzuholen scheiterte an folgender Konstellation:
Fünf Minuten Verspätung durch die Folgen von Mademoiselles übermäßigem Kaffeegenuss im Vorfeld. 50 Leute im Foyer, zwei Kassen. Schreiende Kinder. Umherstolzierende Pubertät im Liebesrausch. Lärm aus der Hölle. Genervte Eltern, Großeltern, Tanten oder Babysitter. Onkel scheinen ja selten genervt, warum auch immer. Popcorngestank. Klar, im Kino. Schönes Wetter und frische Luft draußen. Sonne. Wind. Kurz: Heftiger soziophober Schub bei Annäherung an Zielobjekt. Folge: Pipi machen gehen, dann nix wie raus da, anschließend in der Kofferraumkante des Fluchtwagens rumsitzen, Dönekes machen, die Leute auf dem Parkplatz beim Ein- und Ausparken beobachten und ‘Wette, ich weiß, in welches Auto der einsteigt’ spielen. Dann segeln gehen.
War eh lustiger als Kino. Echt jetzt.
