Die Erfahrung, einmal Gegessenes durch alle zur Verfügung stehenden Körperöffnungen wieder von sich zu geben, und damit meine ich alle auf einmal, hätte ich gerne in der Kindheitserinnerungenkiste gelassen, aber nun. Man kann ja nicht alles haben. Grund genug, die Vorratshaltung auf magenverstimmungskompatible Kost zu überprüfen und absurde, in einem kinderfreien Haushalt nur unter Protest eingelagerte Dinge wie Fencheltee einzukaufen. Überhaupt, Fencheltee, ich bitte euch, das kann doch nicht … ach, was soll’s. Dann eben Fencheltee.
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Gjezz ises aber gutt(enberg)!
Ich habe einen akademischen Abschluss erworben. Gelernt, Klausuren geschrieben, Arbeiten verfasst und Veranstaltungen besucht. Ich habe mein Studium mit Arbeit finanziert, Stress, finanzielle Einbußen und ein Leben knapp unter dem Existenzminimum in Kauf genommen, um das tun zu können. Was für ein Schlag ins Gesicht ist das jetzt, dass ein Bundesminister angeblich seine Dissertation durch andere hat schreiben lassen, fremde Gedankengänge als die eigenen ausgegeben haben soll und sich so über die grundlegendsten Regeln wissenschaftlichen Arbeitens, die jedem Erstsemesterstudenten innerhalb der ersten Wochen eingebimst werden wie nur was, hinweg gesetzt haben soll und das Ganze auch noch so plump abgewiegelt wird.
Auch ich habe neben dem Studium gearbeitet, oder eher neben der Arbeit studiert, allerdings ohne die Bezüge eines Mitglieds des Bundestages oder Familienvermögen zur Verfügung gehabt zu haben, um meinen Lebensunterhalt sichern zu können. Einige meiner Kommilitoninnen haben ihre Kinder allein erzogen und gearbeitet, um ihre akademische Ausbildung bewerkstelligen zu können. Sicher macht man da Fehler, wenn man in mühevoller Kleinarbeit seine Arbeiten anfertigt, oder um es mal im von und zu Guttenbergschen Sprachmodus auszudrücken: Es wurden Fehler gemacht. Sicher. Man vergisst Satzzeichen, formuliert unrund, formatiert falsch. Man macht Fehler in der Syntax, beim Aussuchen von Bildern oder beim Zusammenstellen des Anhangs. Bei den Seitenzahlen und in der Argumentationsstruktur. All das sind Fehler, die man bei der Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten macht und die zur Herabsetzung von Noten oder der Wiederholung eines Seminars führen. Das ist nichts im Vergleich zu dem, was der Herr von und zu Guttenberg da vermutlich abgeliefert hat, und dennoch wird so getan, als sei das, was man allgemein in der Wissenschaft als Plagiat bezeichnet und was eine universitäre Laufbahn im Regelfall so schnell beendet wie Bierhoff das EM-Endspiel 1996 durch das Golden Goal, ein Fehler, der doch jedem mal passieren könnte. Ein herzliches Würg dazu.
So. Ich habe fertig.
Beetle Dance
Gerade war das Fräulein K. hier und konnte mir folgende Geschichte entlocken, als wir hier so saßen und einer Hummel dabei zusahen, wie sie in meinem Fensterrahmen verschwand. Fragt nicht. Es begann mit meinem üblichen, kakerlakenindizierten: Ich hasse Viecher. Ich hasse sowieso alles, was fliegt. – Schmetterlinge? – Ja. – Zeppeline? – Ja. – Vögelchen? – Die besonders. – Aha.
Und dann musste ich einfach erzählen, was mir gestern wieder passiert war: Gestern Abend saß ich hier so an meinem Schreibtisch, als mir wieder einfiel, dass ich Stunden zuvor einen kleinen fiesen Käfer, der an der Fensterscheibe herumsummte, beim Versuch, ihm den Garaus zu machen verfehlt hatte. Seitdem versteckte sich der kleine Mistkerl irgendwo hinter, an oder in den Vorhängen. Und wenn es eins gibt, was ich hierdrin hasse, sind es… richtig: Viecher. Seit dem Schabenvorfall hier bin ich sehr empfindlich. Seit gestern bin ich aber noch ein bisschen empfindlicher, denn dieser verf***te kleine Käfer hatte nichts besseres zu tun, als von der Decke direkt in mein Gesicht zu fallen um anschließend in meinen Ausschnitt zu rutschen, wo er dann in meinem BH, also wirklich IN meinem BH, sich nicht zwischen rechts und links entscheiden konnte und hektisch umherkrabbelte.
AAAAAAAAAAARRRRRRGGGGGHHHH!!! Ich mein IGITT!
Manch einer meiner Exfreunde, (ich denke da grade an einen speziellen, nech) hätte sich früher bestimmt gewünscht, er hätte den kleinen Käfer zur Hand gehabt, wenn es ans Ausziehen ging, denn, ich schwöre euch, so schnell bin ich noch nie aus meinen Klamotten gewesen und ich habe auch noch nie zuvor einen barbusigen Tanz in der Nähe meines Bettes aufgeführt.
Nur gut, dass ich gestern Abend keinen Besuch hatte. Echt jetzt.